Von Klischees, den Amis und dem Speisen im Ausland

Ich hatte kürzlich das Vergnügen mit meinem Mann nach Amerika reisen zu dürfen. Es war eine herrliche Auszeit am Meer, mit Sonne, Wärme, viel Schlaf, erholsamen Tagen ohne Hektik im Alltag, Lesen am Strand und vor allem reichlich Essen.

Wer jetzt an Burger und Steak denkt, liegt nicht ganz falsch. Aber das besondere Geheimnis der amerikanischen Küche ist nicht nur ihre kulturelle Vielfalt, sondern vor allem die Tatsache, das die Amerikaner es geschafft haben, das „comfort food“ (Essen für die Seele) auf ein ganz neues Level zu heben.

Es fing damit an, dass im Schokoladeneis auf ein Mal zusätzlich auch noch Schokostücke waren. Was für eine Revolution! Doch das war nur der Anfang: mittlerweile hat es eine weltberühmte, amerikanische Eis Marke geschafft, den ganzen Globus süchtig nach ihren extrem abgefahrenen Sorten zu machen – deren Namen sind genauso vielfältig wie ihr Geschmack: Karamell Sutra, Peanut Butter Cup, Home Sweet Honeycomb, Bob Marley’s One Love, um hier nur einige zu nennen.

Wie konnte man nur auf die herrlich verrückte Idee kommen, in köstliches Vanilleeis halb gefrorenen Cookie Teig zu mischen? Ein Geniestreich! (Der übrigens darauf zurückzuführen ist, dass einer der Erfinder nur wenige Geschmacksknospen besaß und deswegen alles übertrieben süßte.)

Wie dem auch sei, wer kann sich diesen Sorten schon entziehen? Angeblich vernichten gefrustete Personen oder Liebeskranke ganze Packungen davon auf einen Rutsch?!

Aber egal welches Essen man auch in den USA bestellt, aus traditionellen Welt-Gerichten haben es die Amis geschafft, wahre Kalorienbomben zu zaubern.

Steak wird heute mit Hummer darauf serviert. Würstchen werden in Kakao getunkt und mit Spiegelei serviert. Auf der Pasta Bolognese thront noch eine überbackene Käseschicht aus Cheddar Cheese und Pommes werden in Trüffelmayonnaise getränkt. Fleischbällchen krönt man mit Sauerrahm und Schokomousse – schmeckt pervers genial – und in bereits übersüßten Cerialien schwimmen jetzt noch Marshmallows in der Schüssel.

 

Man fragt sich nur, wie man auf diese Ideen kommen konnte? Es scheint fast so, als hätte man Kindern Hausmannskost vorgesetzt und sie dann gebeten diese Gerichte noch „zu verfeinern“.

Dad: „What would you top this Taco with?“

Son: „Extra Cheese and Peanut Butter!“

Done.

So einfach war es wohl!

 

Das die Portionen in Amerika größer ausfallen, als bei uns, ist ja auch nichts Neues. Aber ich war dennoch überrascht, als ich beim Italiener ein Carpaccio als Vorspeise bestellte, und einen Servierplatten großen Teller bekam, auf dem ich zu Hause für circa 12 Personen Käse serviere.

Erstaunlich ist nur, dass diese ganzen am Strand joggenden Amerikaner/innen alles andere als übergewichtig waren. Ganz im Gegenteil! Die Durchschnittshausfrau geht dort am Vormittag zum Tennis und am Nachmittag zum Pilates. Power Workouts auf Yogamatten sind der neuste Frühsport am Strand. Es stimmen also nicht mehr alle US Klischees: den dicken Amerikaner sucht man an Floridas Stränden vergebens.

Ich habe mich dennoch sauwohl gefühlt in meiner nicht ganz perfekten Bikini-Haut. Und sehne mich schon jetzt zurück zu der Ruhe, dem Strand mit seinem tiefblauen Meer … vom Essen ganz zu schweigen!

 

(Besuche: 108, davon heute 1)